NEUROtiker/Wikipedia

“Hirn will Arbeit.”

Seit exakt 124 Tagen können Sie es hören: Neues aus der Welt des Wissens und Wissenswertes aus der Welt, dazu Themen und Thesen zum Tagesgeschehen – kurz: DRadio Wissen. Während Ihnen das neue nationale Programm mittlerweile sicher gut bekannt ist, dürften Sie sich als Wissensdurstiger schon mal gefragt haben: Wie tickt eigentlich die grüne Welle? Ein Redaktionsbesuch.

Sendestudio. Oder: der auditorische Cortex. Ab 6 Uhr früh hören Sie von diesem Platz aus die Stimmen der Moderatoren. “Guten Morgen, Deutschland.” Wer diesen Job macht, muss nicht nur gut durch die Sendung führen und schön sprechen, sondern auch hochgradig Multitasking-fähig sein. Denn die Damen und Herren am Mikrofon spielen Beiträge, Musik und Jingles am Mischpult selber ab („Selbstfahrer“ heißt das im Radiodeutsch). Chapeau, Daniela!

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Redaktionsleitung & Sekretariat. Oder: der Hirnstamm. Das sind Wellenchef Dietmar Timm (nicht im Bild, „Wir wollen ein Radiolabor für die Zukunft sein“), Vize Ralf-Müller Schmid („Das Internet ist nicht nur ein medialer Kanal zum Austausch von Informationen, es ist insbesondere ein sozialer Raum“) und Assistentin Heike Thierbach („Ich halte die Fäden in der Hand“). Apropos Raum: Herr Müller-Schmid und Frau Thierbach haben ihr Büro mal kurz verlassen und sitzen entspannt auf der DRadio-Wissen-Terrasse.

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Großraum. Oder: das Großhirn. Hier entstehen Themenideen, sie werden an Journalisten vergeben und die Produktion koordiniert. Manuskripte kommen unter die Lupe und die fertig produzierten Beiträge zum Hörtest bevor sie „on air“ und online gehen. Vorne hat der Chef vom Dienst die einzelnen Baustellen im Blick, daneben bastelt der Verantwortliche für „Agenda“. Dahinter: die Planer von „Medien“, „Natur“, „Kultur“, „Globus“ und „Meine Zukunft“. Last but not least: die Online-Kollegen…

… okay, damit die Onliner nach vorne kommen, das ganze noch mal von einer anderen Perspektive. An diesen Computern entsteht also www.dradiowissen.de.

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Nachrichtenredaktion. Oder: die primären Rindenfelder. Was kommt rein und was nicht? Diese Frage geht unseren Schleusenwärtern von den Welt- und Wissensnachrichten ständig durch den Kopf. Sie durchforsten das Themenangebot der Nachrichtenagenturen und gehen selber im Internet auf Entdeckungstour nach Aktuellem. Nur Wahres, Neues und Relevantes kommt jede Viertelstunde auf Sendung (genauso wie im Rest des Programms). Versprochen. (Übrigens: Vorne liegen die News von heute 10:15 Uhr auf dem Tisch)

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Mittagsrunde. Oder: das Nachhirn. 50 Prozent des Tagesprogramms liegen hinter uns, doch um Punkt 12 Uhr werden die Sendungen noch einmal vom versammelten Team kritisch analysiert. Der Chef schmeißt den Beamer an, pickt „per Zufallsprinzip“ eine Sendestrecke heraus und alle hören erstmal zu. Was war gut, was wäre besser?, heißt es dann in der Runde. Außerdem der Blick nach vorne: Welches Schwerpunktthema gehört in die Sendung und was ist unsere These? Das Resultat: zu hören in der „Agenda“.

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Dispo. Oder: der Thalamus, „der Mittler motorischer und sensibler Signale zum und vom Großhirn.“ Wie passend. Die drei agilen Kollegen buchen die Produktionsstudios für Aufnahmen. Sie kennen alle Mitarbeiter der Landesfunkanstalten in der ARD beim Namen, weil sie Leitungen von DRadio Wissen ins NDR-Studio, zum BR oder RBB buchen – zum Beispiel dann, wenn ein Gast in Hamburg  in unsere Sendung zugeschaltet werden soll. Außerdem denkt die Dispo immer daran, dass die Autoren Geld für ihre Beiträge rechtzeitig bekommen.

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Produktionsstudio. Oder: Die Schläfenlappen. Jeder Beitrag muss erst einmal gebaut werden. Dazu kommt der Autor mit seinem Manuskript ins Produktionsstudio. Zunächst wird der Sprechertext aufgenommen, dann wird am PC montiert: An welcher Stelle sollen Hintergrundgeräusche („Atmo“) das Live-Gefühl vor Ort vermitteln? Ist der Anschluss zur Musik sauber? Stimmt der Lauststärkepegel? Autor und Techniker kreieren gemeinsam ein „Kino im Kopf“.

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Technik. Oder: das Corpus Callosum. Dieses Studio liegt in Sichtweite zum jenem, wo der Moderator sitzt. Falls der Super-Gau eintritt und die Technik während der Sendung zickt, greifen diese Menschen ein. Doch sie sind nicht nur für den Notfall da: Sie stellen Leitungen zu anderen ARD-Anstalten auf, kontrollieren die Audio-Qualität der Sendung, bestücken den Sendeplan, kürzen in Windeseile einen Beitrag zusammen, falls die Zeit zu den Nachrichten außerplanmäßig zu knapp wird und, und, und. Bei einer Sendung schieben sie die Regler selbst – nämlich bei der bisweilen trubeligen Redaktionskonferenz.

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“Redaktionskonferenz.” Oder: die Weiße Substanz. Eine Handvoll DRadio-Wissen-Redakteure, Rückblick auf die Themen und Nachrichten des Tages, ein interessanter Studiogast, persönliche Musik-Tipps, spontane Reflexionen und die Auflösung des Rätsels – das ist die “Redaktionskonferenz”. Danach ist für viele Mitarbeiter Feierabend, nach einem informativen Tag bei DRadio Wissen.