“Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen”, sagt der große US-Schriftsteller Mark Twain. Okay, richtig müsste es heißen: sagte, denn kürzlich feierten wir Twains 100. Todestag. Der Spruch ist einer von sehr, sehr vielen Aphorismen, die der Vater von Tom Sawyer und Huckleberry Finn (und der Vater der US-amerikanischen Literatur, wie Ernest Hemingway über Twain sagte) hinterließ.
Um es also mit Twain zu halten: Welche Wörter es im Radio wegzulassen gilt und wie man sie am besten ausspricht, lerne ich gerade in diesem Sender. Seit Januar bin ich Volontär beim Deutschlandradio und arbeite nun als erster meiner Art vier Wochen lang auch bei DRadio Wissen mit. Eine klasse Gelegenheit, ein wenig beschriebenes Blatt mitzubekritzeln.
Aus meiner Feder stammen bisher drei Interviews. Darunter ein kleines Ereignis, auf das die Börsen der Welt regelmäßig mit Spannung warten: Der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed. Warum das Votum auch für uns in Europa wichtig ist, hat uns Finanzexperte Thorsten Polleit einmal allgemeinverständlich erklärt.
Na ja, die Fed-Entscheidung ging schließlich im Griechenlandgetöse weitgehend unter (übrigens: die Fed erwartungsgemäß auf ihrem Nullzinskurs). Dabei kamen Unternehmen wie S&P, Fitch und Moody’s unter Beschuss. “Wenn eine der Rating-Agenturen hustet, bekommen die Rentenmärkte sofort schnupfen”, sagt ARD-Börsenexperte Stefan Wolff. Er beschrieb uns, warum Rating-Agenturen so wichtig sind und wie man eigentlich eine ganze Volkswirtschaft bewertet.
Deutschland ist bekanntlich ungeschorener durch die Krise gekommen, das zeigen auch die erneut besseren Arbeitslosenzahlen. Doch nur wenige wissen: Die Regierung hübscht die Daten mit allerlei Tricks auf – gerne auch vor Wahlen. Wer aus der Zählung herausfällt, erläuterte unsere Fachfrau für Statistik, Katharina Schüller.
So, und nun wird’s für Sie noch etwas interaktiver. Als Volontär habe ich die Möglichkeit, eine Handvoll der bekanntesten deutschen Journalisten auf einen Schlag zu treffen, und zwar beim Grimme-Seminar. Dort sprechen einige journalistische Größen über den Medienjournalismus von heute. Morgen treffe ich unter anderem auf Sueddeutsche.de-Chef Hans-Jürgen Jacobs (sein Vortragsthema: “Medienökonomie”), Zapp-Redaktionsleiterin Julia Stein (“Medienjournalismus und Fernsehen: Das Beispiel Zapp”) und am Freitag auf den Medienkritiker Hans Hoff (“Schrieben über Medien: Die Kritik”). Und jetzt kommen Sie ins Spiel: Falls Sie zu den Vortragsthemen konkrete Fragen an die Journalisten haben, flugs in die Kommentarzeile und ich nehme die ein oder andere Frage gerne ins Seminar.
So long.
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